Letzte Wünsche

 

 

 

Eine Geschichte in drei Sprachen zur Weihnachtszeit

von Rosemarie Schmitt

 

 

 

 

 

Die Situation war Cornelius unangenehm. Seit einer halben Stunde hatte er die geduldige Verkäuferin in Beschlag genommen und endlich das Passende gefunden! – glaubte er.

 

 

 

„Tobias hat sich in seinem Zimmer eingeschlossen. Er weint und ist völlig verzweifelt! Ist es denn wirklich zuviel verlangt, dass du deinem Sohn einmal im Jahr eine Freude machst?!“

 

So beendete Monika das Telefongespräch. Sie klang wie immer vorwurfsvoll und schrill. Seit 3 Jahren waren sie geschieden. Monika lebte mit ihrem „Neuen“ in der Villa am Stadtrand. Cornelius war nach der Trennung in eine 3-Zimmer-Wohnung des Hauses gezogen, in dem auch seine Praxis ist.

 

 

470 Euro hatte er bereits für die Spielkonsole ausgegeben. „Voll doof“ sei das Spiel, „etwas für Babys! „Knack“, wer spielt denn schon Knack?!“, hatte Tobias gesagt. Er hatte seine Freunde bereits zum Spielabend eingeladen und damit geprahlt, dass er die Limited-Edition von „Need for Speed“ zu Weihnachten bekommen würde, und sein beknackter Alter kaufte ihm „Knack“! – ergänzte Cornelius in Gedanken. Er legte seine Geldbörse auf die Ladentheke und ließ das Handy in der Manteltasche verschwinden.

 

„Es tut mir leid. Es muss wohl doch „Need for Speed Rivals“ sein, und zwar die Limited-Edition. Wenn sie es mir bitte als Geschenk verpacken könnten?“

 

Die Verkäuferin war genervt. Schließlich war es bereits 13 Uhr. Während sie das Spiel mit geübten Handgriffen verpackte und aus den Lautsprechern des Kaufhauses „Stille Nacht, heilige Nacht“ ertönte, bemerkte Cornelius eine Hand, die nach seiner Geldbörse griff. Dann sah er einen Mann im schmutzigen Trenchcoat samt der Beute Richtung Ausgang rennen. „Verdammt!“, hörte die Verkäuferin Cornelius noch fluchen, bevor er dem Dieb hinterher hastete.

 

„Himmel nochmal, so viele Menschen! Haben die alle heute nichts Besseres zu tun als in der Stadt herum zu laufen!“

 

Cornelius rempelte durch die Menschenmenge. Der Mann im Trenchcoat, wie ein junger Hase haken schlagend, an hupenden Fahrzeugen vorbei über die regennasse, dreispurige Straße, - und Cornelius hinterher. Das Quietschen von Autoreifen, der  Aufschrei einer Passantin und ein Neeiiiin!, waren das Letzte, was er hörte, bevor das Auto ihn touchierte. Sein Herz raste, und obwohl er völlig durchnässt, bei eisiger Kälte auf der Straße lag, spürte er eine unglaubliche Hitzewelle. Ein fauliger Geruch, eine Mischung aus Schweiß, Urin, Alkohol und Tabak stieg ihm in die Nase. „Hallo, Halloooo, können sie mich hören?!“ Cornelius öffnete die Augen um sie gleich wieder zu schließen. Was er während dem Bruchteil einer Sekunde gesehen hatte, waren ein zerknittertes Gesicht, ein zahnloser Mund, wässrig blaue Augen und von Nikotin gelb verfärbter Barthaare.

 

„Ja, ich kann sie hören, und sehen bedauerlicherweise auch“, dachte Cornelius, während er die Augen erneut öffnete, sich vom ersten Schreck erholte, und wieder so etwas wie Normalität spürte, trotz der Tatsache, dass er am Nachmittag des Heiligen Abends völlig durchnässt und schmutzig auf der Straße vor einem Auto lag.

 

„Alles okay! Ich bin okay! Nichts passiert!“ rief er, dem scheinbar zu einer Salzsäule erstarrten Fahrers des Wagens zu, vor dem er jetzt stand. Als hätten die Passanten auf dieses Stichwort gewartet, gingen sie wieder ihrer Wege als sei nichts geschehen. Nur der freundliche, zahnlose Mann blieb an Cornelius‘ Seite, griff diesen sanft aber bestimmt am Arm und begleitete ihn zur anderen Staßenseite.

 

„Mein Name... ist Kurt. - Bitte,... verzeihen sie mir,“ stotterte er, reichte Cornelius die rechte Hand, während er mit der linken noch immer eine Geldbörse umklammerte...

 

Ein Schaufenster spiegelte zwei Männer wieder. Beide völlig durchnässt, schmutzig, gehetzt, verzweifelt, verwirrt, nicht glücklich.

 

„Sie waren das!“, rief Cornelius plötzlich, „Sie waren derjenige, der meine Geldbörse vorhin gestohlen hat!“

 

„Es - es tut mir leid.“ Mehr sagte Kurt nicht. Wie ein Häuflein Elend fiel er in sich zusammen. Cornelius sog soviel Luft wie möglich in seine Lungen, atmete geräuschvoll aus, und streckte Kurt seine Hand entgegen.

 

„Cornelius. Mein Name ist Cornelius. Weshalb haben sie das getan, Kurt?“

 

„Ich konnte sie doch nicht einfach auf der Straße liegen lassen!“

 

„Das meine ich nicht. Weshalb haben sie mich bestohlen?“

 

Kurt begann gleichzeitig mit mehreren Dingen: zu weinen, die Nase mit dem Mantelärmel abzuwischen, eine Zigarette zu drehen, einen Schluck aus einem Flachmann zu nehmen und zu erzählen. Zu erzählen, dass er seiner Freundin Resi ihren letzten Weihnachtswunsch erfüllen wollte, und dass er verzweifelt sei, nicht dazu in der Lage zu sein. Eine Stoffpuppe habe sie vergangene Woche in diesem Schaufenster hier gesehen. Dies sei ihr letzter Weihnachtswunsch. Kurt sagte, dass er und Resi mit zwanzig anderen „armen Schweinen“ im Obdachlosenheim in der Rosenheimer Straße leben. Seit einer Woche seien sie dort, seit Resi nicht mehr auf der Straße bleiben könne. Unerträgliche Schmerzen habe sie und der Tumor am Hals sei inzwischen so groß wie ein Tennisball.

 

„Sie hat der Puppe sogar schon einen Namen gegeben. Emma heißt sie. Und sterben wird sie, das will sie schon lange, hat sie gesagt, die Resi.“ Kurt schluchzte, schnippte einen Zigarettenstummel in eine Pfütze, nahm einen kräftigen Schluck, wischte sich mit dem Mantelärmel die Nase, und schaute zu Cornelius auf, der sich inzwischen kerzengerade, beinahe bedrohlich vor ihm aufgebaut hatte, und dabei sein Handy am rechten Ohr hielt.

 

 

„Hallo Monika, Cornelius hier. Ich werde es heute nicht schaffen zur Bescherung. Morgen - vielleicht. Frohe Weihnachten noch - und liebe Grüße an Tobias, hörst du!?“ Cornelius wartete die Antwort nicht ab, schaltete sein Handy aus und steckte es in die Manteltasche.

 

„Hier? In diesem Laden hat Resi die Puppe gesehen, Kurt?“

 

„Ja, sehen sie, die mit dem grünen Kleid und den schwarzen Wollzöpfen, das ist Emma“, sagte Kurt, und tippte an das Glas des Schaufensters.

 

„Na dann, lassen Sie uns hineingehen. Ich werde Emma kaufen, vorausgesetzt, sie geben mir meine Geldbörse wieder, damit ich sie bezahlen kann und nicht stehlen muss.“

 

„Tschuldigung“, murmelte Kurt und gab Cornelius dessen Geldbörse.

 

Pünktlich zum Ladenschluß um 14 Uhr verließen die beiden das Kaufhaus, vollgepackt mit Tüten.

 

„Haben sie noch Zeit, Kurt, mit zu mir nach Hause zu kommen? Ich wohne gleich hier um die Ecke und habe das dringende Bedürfnis nach einer heißen Dusche und sauberer Kleidung. Bei der Gelegenheit könnten sie auch... also, nur wenn sie möchten, selbstverständlich.“

 

Kurt nahm dieses Angebot an. Cornelius entging zwar nicht, wie sehr Kurt sich schämte, doch für seine Resi, wäre er an diesem Tag durch jedes Feuer, und unter jede Dusche gegangen. Nach etwa einer Stunde stand vor Cornelius ein ansehnlicher, etwa fünfzigjähriger Mann. Bevor Kurt im Bad verschwand, war es schwierig sein Alter zu schätzen.

 

„Resi wird einen Schreck bekommen. So sauber und ohne Bart hat sie mich noch nie gesehen. Danke, Cornelius.“

 

Vor einer Türe im Parterre blieb Cornelius stehen, stellte alle Päckchen und Tüten ab und öffnete die Tür, neben der auf einem großen Messingschild geschrieben stand:

 

Hausärtzliche Praxis Dr. med. Cornelius Bucher – Allgemein– und- Palliativmedizin

 

„Nehmen Sie bitte den Weihnachtsbaum dort auf dem Tisch im Wartezimmer, Kurt? Ich hole inzwischen meine Arzttasche.“

 

 

 

Amüsiert nahm Cornelius die Verwirrung des Taxifahrers zur Kenntnis, während er alle Tüten, Päckchen sowie den Weihnachtsbaum im Wagen verstaute. Es hatte aufgehört zu regnen und es war noch kälter geworden. Obwohl es erst 18 Uhr war, war es bereits dunkel. Nur vereinzelt sah man Passanten eilen, beinahe still war es geworden in dieser Stadt, und Cornelius dachte an den Kartoffelsalat, den es heute Abend bei Monika geben würde, und an die „schöne Bescherung“...

 

 

 

Kurt stand da und weinte. War er zu spät gekommen? Resi lag mit weit geöffneten Augen auf dem Sofa des Gemeinschaftsraumes, starrte an die Decke und rührte sich nicht.

 

„Seit einer viertel Stunde liegt sie schon so“, sagte Richard, einer der Mitbewohner, „sie hatte wieder wahnsinnige Schmerzen, hat erst geschrien, dann nur noch gewimmert. Emma, immer wieder nur Emma hat sie gesagt.“

 

„Mein Name ist Cornelius. Ich bin Arzt. Bitte öffnet mal kurz die Fenster, ein wenig frische Luft wird Resi nicht schaden, und auch sonst niemandem. Ich werde mir Resi mal ansehen.“

 

Mit geübten Handgriffen untersuchte Cornelius die Kranke und gab ihr anschließend eine Injektion.

 

„Gegen die Schmerzen“, sagte er „Resie wird jetzt eine Weile schlafen. Wenn sie aufwacht, wird sie sich besser fühlen. Wie wäre es, wenn wir bis dahin gemeinsam ein wenig Weihnachten zaubern. Es wird vermutlich Resis letztes Weihnachtsfest werden, und das sollte doch ganz besonders sein, nicht wahr.“

 

Sie deckten gemeinsam den Tisch, zündeten Kerzen an, stellten den Weihnachtsbaum auf den kleinen Ecktisch, so, dass  Resi ihn besonders gut sehen konnte, und legten alle liebevoll verpackten Kleinigkeiten darunter, die Cornelius und Kurt mitgebracht hatten.

 

 

Es hatte angefangen zu schneien. Leise saßen sie beisammen, aßen Schinken, Brot, Salami, Würstchen und Käse. Mitten auf dem Tisch stand ein Weihnachtsteller gefüllt mit Apfelsinen, Nüssen, Äpfeln, Marzipan, Dominosteinen und Lebkuchen. Sie tranken Kaffee, Tee, - ja und sie tranken auch Wein und Bier. Die hochschwangere Lissy, die seit Stunden über Rückenschmerzen klagte, trank Milch mit Honig. Wann es soweit sei, wisse sie nicht. Sie sei ja nicht krankenversichert und deshalb auch nicht bei einem Gynäkologen gewesen.

 

 

 

Es war beinahe zehn, als Resi wach wurde. Als sie Kurt sah, der seinen Stuhl zu ihr ans Sofa gerückt hatte, huschte ein  Lächeln um ihren schmalen Mund.

 

„Gut siehst du aus, Kurti, und wie frisch du riechst. Da muss ich mich ja schämen, so neben dir.“

 

Kurt war gerührt, verlegen und überglücklich. „Frohe Weihnachten Res’chen“, flüsterte er und überreichte ihr sein inzwischen reichlich vergriffenes Geschenk. Diese Augen, dieses Glück, diese Dankbarkeit, als sie Emma ausgepackt hatte, herzte und küsste, würde Kurt niemals vergessen. Aus dem Transistor-Radio hörten sie leise eine Christmette, während Resi erzählte:

 

„... Es war Lindas erste und liebste Puppe. Keinen Schritt tat sie ohne Emma. Sie war erst 9 als der LKW sie erwischte. 15 Jahre sind es her, kurz vor Weihnachten ist es gewesen. Wir waren einkaufen. Zu Weihnachten bekam Linda jedes Jahr ein neues Kleid, sie durfte es sich selbst aussuchen. Einfach losgerissen hat sie sich, weil sie auf der anderen Straßenseite einen Weihnachtsengel gesehen hatte. „Ein Engel, Mama, schau mal, ein Weihnachtsengel!“, rief sie und rannte los. Auf der schneematschigen Straße hat sie gelegen, die Ärmchen verdreht, mit weit aufgerissenen Augen, nass, voller Schmutz und Blut, und neben ihr die Emma. - Sie hatte einen Weihnachtsengel gesehen. Einen Weihnachtsengel, der  Prospekte der Parfümerie verteilte...“ Leise weinte Resi, und Emma trocknete ihre Tränen.

„Er hat es ihr nie verziehen“, flüsterte Kurt Cornelius zu, „rausgeworfen hat er sie, auf die Straße gesetzt wie einen lästigen Köter. Sie fing an zu trinken, sie hatte ja nichts mehr. Keine Ausbildung, keine Arbeit. Er hat es ihr nie verziehen, dass sie nicht besser auf Linda aufgepasst hat, aber das Schlimmste ist: sie hat es sich selbst nie verziehen.“

 

Während die Weihnachtsglocken läuteten, schlief Resi friedlich ein. Für immer.

 

 

 

 

 

„Jetzt – jetzt, ich glaube...“, sagte Lissy in die traurige Stille dieser Weihnachtsnacht, in der alle für Resi da gewesen sind, „...ich glaube, es ist soweit“. Sie stöhnte ein weiteres Mal leise, als wäre es ihr peinlich zu stören.

 

Es war das erste Kind, dem Cornelius auf die Welt geholfen hatte. Ein Mädchen!

 

„Willkommen in diesem Leben, kleine Emma“, sagte Lissy. Zärtlich küsste sie ihr Kind und drückte es an ihr Herz.

 

 

„Frohe Weihnachten Euch allen!“

 

 

Letzte Wünsche / französische Übersetzung

 

 

 

Les derniers voeux

 

 

Cornelius trouvait la situation désagréable. Il s'était accaparé l'aide de la patiente vendeuse et avait enfin trouvé ce qui convenait! - pensait-il du moins.

 

 

 

„Tobias s'est enfermé dans sa chambre. Il est en pleurs et désespéré! Est-ce vraiment tant espéré que de te demander de faire plaisir à ton fils pour une fois?!“

 

 

 

C'est ainsi que Monika mit un terme à la conversation téléphonique. Comme toujours son ton était réprobateur et strident. Cela faisait maintenant trois ans qu'ils étaient séparés. Monika vivait avec son nouveau compagnon dans une villa à la périphérie de la ville. Cornelius vivait depuis le divorce, quant à lui, dans un appartement trois-pièces de la maison, dans laquelle se trouvait également son cabinet. Il venait de dépenser 470 Euros pour une console. Le jeu était „absolument stupide“, et „pour bébés! „Knack“, qui joue à ce genre de jeu?!“ avait retorqué Tobias. Il avait invité ses amis pour jouer et s'était venté qu'il allait recevoir l'édition limitée de Need For Speed, et à présent, grâce à son vieux débile, il tenait „Knack“ dans ses mains! - pensa Cornelius.

 

Il posa son porte-monnaie sur le comptoir et laissa son portable disparaitre dans sa poche.

 

„Je suis vraiment désolé. Il me faudrait l'édition limitée de „Need For Speed Rivals“. Pourriez-vous l'emballer dans du papier cadeau s'il-vous-plait?“

 

La vendeuse était agacée. Après tout, il était déjà treize heures. Pendant qu'elle emballait le jeu de ses mains habiles et que le chant le Noel „Douce Nuit“ résonnait dans le centre commercial, Cornelius remarqua la main qui s'empara de son porte-monnaie. C'est alors qu'il vit un homme vêtu d'un trench sale qui se dirigeait avec son butin vers la sortie. „Punaise!“, c'est ce qu'entendit dire la vendeuse de Cornelius avant de le voir se mettre aux trousses du voleur.

 

„Au nom du ciel, pourquoi autant de monde? N'ont-ils rien de mieux à faire que de se rendre en ville!“

 

Cornelius se fraya un chemin parmi la foule. L'homme en trench était pareil à un jeune liévre gambadant au milieu de véhicules klaxonnants et de routes à trois voies, Cornelius le poursuivant.

 

Le grincement des pneus, le cri d'une passante ainsi qu'un „Noooon“ furent les derniers bruits qu'il entendit avant que la voiture ne le renverse.

 

Son coeur battait fort et malgrè le fait qu'il soit trempé jusqu'aux os, étendu dans une rue glaciale, il fut pris d'une bouffée de chaleur. Une odeur putride lui envahit le nez: un mélange de sueur, d'urine, d'alcool et de tabac. «Hého, héhoooo vous m'entendez?» Cornelius ouvrit les yeux pour les refermer la seconde suivante. Ce qu'il vit pendant ce cours laps de temps fut un visage frippé, une bouche édenté, des yeux bleus aqueux ainsi qu'une barbe jaunit par la nicotine. «Je peux vous entendre et malheureusement vous voir également» pensa Cornelius pendant qu'il réouvrit les yeux. Il ressentit à nouveau un brin de normalité malgrè le fait qu'il se trouvait par terre et mouillé devant une voiture le jour du réveillon de Noël.

 

«Tout va bien, je n'ai rien!» annonca t-il au conducteur du véhicule qui avait l'air de s'être tranformé en une statue de pierre.

 

Les passants, comme s'ils avaient attendu ce signal, passèrent leur chemin. Seul l'homme amical et au physique ingrat resta près de Cornelius, le prit par le bras et l'emmena de l'autre coté de la rue.

 

«Mon nom est... Kurt. - Je vous en prie, pardonnez-moi» balbutia t-il tout en tendant sa main droit à Cornelius et en tenant le porte-monnaie de la gauche.

 

La scène qui se reflètait dans une vitrine fit apparaître deux hommes. Tout deux mouillés, crasseux, stressés, desespérés, déboussolés et malheureux.

 

«C'était vous! C'est vous qui avez volé mon porte-monnaie à l'instant!»

 

«Je... Je suis désolé.» Ce furent les seuls mots que Kurt prononca. Et à l'image d'un petit tas piteux, il se replia sur lui-même.

 

Cornelius prit une gigantesque bouffé d'air et expira buyamment puis serra la main que Kurt lui tendait.

 

«Cornelius. Je m'apelle Cornelius. Pourquoi avez vous donc fait cela Kurt?»

 

«Je ne pouvais tout de même pas vous laissez au milieu de la rue!»

 

«La n'est pas ma question. Pourquoi avoir voulu me voler?»

 

Kurt se mit à faire plusieurs choses en même temps: il pleura, s'essuya le nez à l'aide de sa manche, roula une cigarette, bu une gorgée de sa flasque et commenca son récit.

 

Il raconta qu'il voulait exaucer le dernier vœu de Resi, sa compagne et qu'il désespéra de pouvoir y arriver. Celle-ci avait vu une poupée dans cette vitrine la semaine précédente. C'était son dernier vœu pour Noël.

 

Kurt continua son récit en expliquant qu'il vivait avec Resi et vingt autres «pauvres gars» dans un refuge pour sans abris dans la Rue Rosenheim. Resi n'ayant plus la force de rester dehors, ils avaient du s'y installer la semaine précédente.

 

Elle souffrait le martyre et sa tumeur a la gorge était aussi grosse qu'une balle de tennis.

 

«Elle a même déjà donner un nom à cette petite poupée. Emma. Et puis elle va mourir, elle le veut depuis tellement longtemps.» Kurt ravala un sanglot, lanca son mégot de cigarette dans une flaque d'eau, bu une grosse gorgée, s'essuya une nouvelle fois le nez avec sa manche de manteau et leva les yeux vers Cornelius. Celui-ci se tenait droit comme une bougie, d'une facon menacante presque et tenait son portable près de son oreille droite.

 

«Monika, c'est moi Cornelius. Je ne vais pas pouvoir être là à temps pour les cadeaux. Demain, peut-être. Je vous souhaite un joyeux Noël et embrasse Tobias pour moi, tu entends?» Il n'attendit pas la réponse, éteigna son téléphone et le rangea à nouveau dans sa poche.

 

«C'est ici? Kurt, est-ce dans ce magasin que Resi a vu la poupée?»

 

«Oui, vous voyez la petite poupée avec la robe vert émeraude et les petites tresses? C'est Emma.» disait Kurt tout en tapotant la vitrine.

 

«Bon et bien entrons. Je vais acheter Emma si vous voulez bien me rendre mon porte-monnaie.»

 

«'scusez-moi», murmura Kurt en rendant l'objet volé. Aurait-ce été une situation différente, les excuses et le comportement de Kurt auraient paru superficiels.

 

À quatorze heures précises, les deux hommes quittérent le magasin, les bras remplis de paquets.

 

«Auriez-vous encore le temps de m'accompagner chez moi Kurt? J'habite au coin de la rue et je ressens le besoin de prendre une douche et d'enfiler des vêtements propres. Vous pourriez également... Enfin uniquement si le cœur vous en dit.»

 

Kurt accepta l'offre avec plaisir. Le fait que Kurt semblait avoir honte n'échappa pas à Cornelius, cependant pour sa Resi, Kurt était en ce jour prêt à traverser n'importe quelle situation et à se rendre sous autant de douches qu'il le fallait. Après une heure environ, se tenait devant Cornelius un homme d'une cinquantaine d'année. Avant que Kurt ne se rende dans la salle de bain, il fut difficile de deviner son âge.

 

«Resi ne vas pas en revenir! Elle ne m'a encore jamais vu aussi propre et avec un visage rasé. Merci Cornelius.»

 

Cornelius resta debout devant une porte du rez-de-chaussée et y deposa les sacs et les paquets. Il ouvrit celle à coté de laquelle apparaissait une plaque en laiton contenant l'inscription suivante:

 

Cabinet médical du docteur Cornelius Bucher – Médécine génerale et palliative.

 

«Kurt, pourriez vous prendre le sapin de Noël qui se trouve dans la salle d'attente? Je vais chercher ma trousse médicale.»

 

Cornelius s'amusa de l'expression déboussolée du chauffeur de taxi lorsque celui-ci aida les deux hommes à ranger les sacs, les paquets et le sapin de Noël dans le coffre.

 

Il s'était arreté de pleuvoir mais la température avait encore baissé et malgrè le fait qu'il soit à peine dix-huit heures, la nuit était déjà tombée. Très peu de passants étaient encore dehors et la ville était devenue calme. Cornelius pensa à la salade de pommes de terre que Monika aurait préparé pour le réveillon et à la «belle» remise des cadeaux...

 

 

 

Kurt se tenait debout et pleurait. Était-il arrivé trop tard? Resi était allongé sur le canapé avec les yeux grand ouvert, figée.

 

«Elle est comme ca depuis un quart d'heure déjà», annonca Richard, l'un des habitants, «elle avait à nouveau de terribles douleurs, elle s'est d'abord mise à crier et puis ensuite elle commenca à bredouiller. Emma, elle n'a pas arrêté de répéter ce prénom.»

 

«Je m'appelle Cornelius. Je suis médecin. Veuillez ouvrir la fenêter, un peu d'air frais ne fera pas de mal à Resi ou à qui que ce soit. Je vais osculter Resi.»

 

De ses mains habiles et habituées au travail, Cornelius osculta la malade et lui fit une injection.

 

«C'est pour les douleurs» expliqua t-il, «Resi va dormir un moment et lorsqu'elle se réveillera, elle se sentira mieux. Ne voudrions nous pas en attendant décoré cette pièce? Ce sera certainement son dernier Noël, il faut que nous le rendons magique, vous ne pensez pas?»

 

Ils mettèrent la table, allumèrent des bougies, installèrent le sapin de facon à ce que Resi puisse parfaitement le voir et y déposérent délicatement tout les cadeaux que Kurt et Cornelius avaient apporté.

 

Il avait commencé à neiger. Ils s'étaient assis tous ensemble de la table et mangeaient du pain avec du jambon, du salami, des saucisses et du fromage. Au milieu de la table tronait un plateau rempli d'oranges, de noix, de pommes, de massepain, de petits gateaux de Noël et de pain d'épices. Ils buvèrent du café, du thé - sans oublier du vin et de la bière! Lissy, qui était très enceinte et qui se plaignait de mal de dos depuis plusieurs heures, bu du lait au miel. Elle ne savait pas pour quand la naissance était prévue. Elle expliqua qu'elle n'était pas assurée et qu'elle n'avait jamais pu se rendre chez une gynécologue.

 

 

 

Il était presque dix heures quand Resi se réveilla. Lorsqu'elle apercut Kurt qui déplaca sa chaise près du canapé, elle esquissa un sourire de ces petites lèvres.

 

«Tu es très beau Kurti, et tu sens vraiment bon. Je devrais avoir honte à coté de toi.»

 

Kurt était touché, embarrassé mais surtout très content. «Joyeux Noël ma petite Resi» lui mumura t-il en lui tendant son cadeau. Les yeux brillants de joie et la gratitude qu'elle avait exprimé en découvrant Emma, en serrant celle-ci contre elle et en l'embrassant deviendraient des images que Kurt n'oublierait jamais. La messe de minuit avait commencé, elle était retransmise à la radio. Resi expliqua: «… c'était la première poupée de Linda, sa préférée. Elle ne faisait pas un pas sans elle. Elle avait neuf ans lorsqu'elle fut écrasée par un camion, c'était peu avant Noël. Nous étions allons faire des achats. Chaque Noël, Linda avait droit à une nouvelle robe qu'elle se choisissait elle-même. Elle a couru sans regarder autour d'elle car elle avait vu un ange de Noël de l'autre coté de la rue. «Un ange, maman, regarde c'est un ange!» a t-elle crié avant de se mettre à courir. Elle était étendue dans la neige fondante, les bras tordus, les yeux ouvert et choqués, mouillée et pleine de boue et de sang. À coté d'elle se tenait Emma.  - Elle avait vu un ange de Noël, un ange qui distribuait des propectus pour la parfemurie d'en-face...» Resi pleura silencieusement et Emma lui sécha les larmes.

 

 

 

«Il ne lui a jamais pardonné», chuchota Kurt en direction de Cornelius. «Il l'a jeté dehors comme une malpropre et a divorcé. Elle commenca à boire, forcément... Elle n'avait plus rien. Aucune formation, aucun travail. Il ne lui a jamais pardonné le fait qu'elle n'a pas fait assez attention à Linda mais le pire c'est qu'elle ne s'est jamais pardonnée à elle-même.»

 

Pendant que les cloches de Noël resonnèrent, Resi s'endormit paisiblement. Pour toujours. Tout le monde pensa la même chose, elle était enfin heureuse lorsqu'elle ferma ses yeux pour la dernière fois.

 

 

 

«C'est pour maintenant, maintenant je pense...» dit Lissy en rompant le silence de cette nuit de Noël. «Je pense que le bébé arrive.» Elle poussa un cri, puis un autre plus doucement, comme si elle ne voulait pas déranger.

 

C'était le premier enfant que Cornelius aida à mettre au monde. Un petite fille!

 

«Bienvenue dans cette vie, petite Emma.», dit Lissy. Elle embrassa délicatement son enfant en le serrant près de son cœur.

 

 

 

«Joyeux Noël à tous!»

 

 

Letzte Wünsche / luxemburgische Übersetzung

 

 

 

Läscht Wënsch

 

 

D’Situatioun war dem Cornelius net wierklech agreabel, zënter enger hallwer Stonn huet en déi gedëlleg Vendeuse well an Usproch geholl, mee endlech huet en eppes Passendes fonnt ! – mengt hien.

 

 

 

„Den Tobias huet sech a sengem Zëmmer agespaart. Hee kräischt an ass außer sech! Ass et da wierklech ze vill verlaangt, dengem Fils eemol am Joer eng Freed ze maachen?!“

 

Mat deene Wierder huet d’Monika den Telefon nees agehaange. Wéi ëmmer huet hatt vierworfsvoll a jäizeg geklonge. Säit 3 Joer sinn si scho gescheet. D’Monika lieft mat sengem „Neien“ an enger Villa um Bord vun der Staat. De Cornelius ass no der Trennung an eng 3-Zëmmer-Wunneng geplënnert, déi praktescherweis direkt an deem Haus ass, an deem en och seng Praxis huet.

 

470 Euro huet hie scho fir d’Konsol ausginn. „Mega schiel“, wier d’Spill, „nëmmen eppes fir Puppelcher! ‚Knack’, wee spillt da scho ‚Knack’!“, huet den Tobias gesot. Hien hat seng Frënn souguer scho fir ee Spillowend invitéiert an déck getéint, dat hie fir Krëschtdag eng Limited-Edition vun ‚Need for Speed’ géif kréien, an da keeft säin topeschen Alen him ‚Knack’! – huet de Cornelius a Gedanke weidergesponnen. Hien leet säi Portemonnie op d’Théik a léist den Handy an der Täsch vum Mantel verschwannen.

 

„Et deet mer Leed. Et muss dann awer ‚Need for Speed Rivals’ sinn, an zwar d’Limited-Edition. Kéint Dier mir et w.e.g. och als Kaddo apaken?“

 

D’Vendeuse war genervt. Et war jo och schonn eng Auer. Wéi si d’Spill mat kënnegen Handgrëffer agepak huet, a ‚Stille Nacht, heilige Nacht’ an de Couloire vum Shopping Center ze héiere war, huet de Cornelius eng Hand gespuert, déi no sengem Portemonnie gegraff huet. Dunn huet hien e Mann mat engem dreckege Mantel erbléckst, dee mam Portemonnie a Richtung Ausgang gerannt ass. „Merde!“, huet d’Vendeuse de Cornelius nach héiere ruffen, ier dee sech opgemaach huet, fir dem Déif hannendrun ze kommen.

 

„Nondikass, sou vill Leit! Hunn déi all näischt Besseres ze dinn wéi hei an der Staat ronderëm ze trëllen!“ De Cornelius stéißt sech säi Wee duerch déi sëlleche Leit. De Mann am Mantel, dee wéi ee jonken Hues seng Hoke schléit, rennt laanscht Autoen, déi vu Roserei tuten, iwwert eng dräispuereg Strooss, déi vum ville Reen scho ganz naass war. D’Quiitsche vun Autospneuen, d’Gejäiz vun enger Passantin an een „Neeeeeeee!“ – dat war dat läscht wat hien nach héiere konnt ier den Auto hien ugestouss huet. Säin Häerz huet geklappt wéi wëll, an obwuel hien zoppnaass war an an der äiseger Keelt op der Strooss louch, huet hien eng fuerchtbar Hëtzt verspiert. Ee muffege Geroch, eng Mëschung aus Schweess, Piss, Alkohol an Tubak ass em an d’Nues gekroch. „Hallo? Moien? Kënnt Dier mech héieren?“ De Cornelius huet d’Aen opgerappt fir se am nächsten Abléck nees zou ze maachen. An deem Brochdeel vun enger Sekonn huet hien een zerdruddelt Gesiicht gesinn, ee Mond ouni Zant, wässereg blo Aen an ee vum Nikotin scho ganz giel verfierfte Baart. „Jojo, ech héieren Iech, a leider kann ech Iech och gesinn“, huet de Cornelius geduecht, wéi e seng Aen nees opgemaach huet. Lues a lues huet e sech vum éischte Schreck erholl, an huet schon nees bal eppes wéi Normalitéit verspiert, an dat obwuel en op Helleg Owend am Nomëtte plätschnaass an dreckeg op der Strooss virun engem Auto louch.

 

„Alles okay, ech sinn an der Rei!“ huet hien deem scheinbar paralyséierte Chauffer vum Onglécksauto zougeruff, wéi en sech virun dee gestallt huet. D’Passante ronderëm schéngen op dat Stéchwuert gewaart ze hunn, well déi sinn hirem alldeegleche Wee nees nogaange, wéi wann näischt geschitt geweecht wier. Nëmmen dee feinen, awer ellenen a sténkegen eeleren Här ass beim Cornelius bliwwen, huet en douce mam Aarm geholl an huet en op déi aner Stroossesäit bruecht.

 

„Ech heesche... Kurt. – Entschëllegt mech, ...w.e.g.“, huet hie getuddelt, wéi en dem Cornelius seng riets Hand dohi gestreckt huet, an zugläich nach mat der lénker dem Cornelius säi Portemonnie fest ugehale huet...

 

D’Vitrine vun engem Buttek huet d’Spigelbild vun deenen Zwee erëmginn. Béid Männer waren naass bis op d’Schanken, dreckeg, außer Otem, verzweiwelt, duercherneen, an onglécklech. „Dier waart dat!“, huet de Cornelius op eemol geruff, „Dier hutt virdru mäi Portemonnie geklaut!“ „Et – et deet mer Leed.“ De Kurt huet et net fäerdeg bruecht, méi ze soen. Wéi e ganz aarme Geescht ass en a sech zesummegaange. De Cornelius huet esou déif ageotemt, wéi seng Longen et him erlabe wollten, huet haart ausgeotemt an dem Kurt seng Hand dohigehale.

 

„Cornelius. Main Numm ass Cornelius. Wisou hutt Dier dat gemaach, Kurt?“

 

„Ech konnt Ierch dach net einfach op der Strooss leie loossen!“

 

„Dat hunn ech net gemengt. Wisou hut Dier mech beklaut?“

 

Op eng Kéier huet de Kurt ugefaange mat Kräischen, en huet seng Nues un den Ärem vu sengem Mantel ofgebotzt, an engems huet en och nach probéiert eng Zigarett ze dréinen an eng Schlupp aus sengem Flachmann ze huelen, an huet och nach ugefaange z’erzielen. Hien huet erzielt, dat hien dem Resi, senger Frëndin, säin läschte Chrëschtdagswonsch erfëlle wollt, an dat e ganz außer sech wier, well hien dat net kéint. Eng Pëppchen aus Stofft hätt et d’läscht Woch hei an der Fënster vun engem Buttek gesinn. Dat wier säi läschte Wonsch fir Chrëschtdag. De Kurt erzielt weider, dat d’Resi an hie mat zwanzeg anere „aarme Schwäin“ am Foyer an der Rosenheimer Strooss géif wunnen. Säit enger Woch wieren se elo do, well d’Resi net méi op der Strooss liewe kéint. Hatt hätt eng immens Péng, an den Tumor am Hals wier mëttlerweil esou grouss wéi en Tennisball.

 

„Hatt huet der Popp souguer well en Numm ginn. Emma soll se heeschen. A stierwe well et, dat well et scho laang, huet et gesot, mäi Resi.“ De Kurt huet geschlackst, huet de Stomp vu senger Zigarett an e Pull gehäit an eng uerdentlech Schlupp aus sengem Flachmann geholl, en huet sech d’Nues nees um Mantel ofgebotzt, an huet de Cornelius ugekuckt, deen an Tëschenzäit poulriicht, scho bal wéi wann hien engem wéilt Angscht maache, virun him stoung, mam Handy um rietsen Ouer.

 

„Moie Monika, d’ass de Cornelius. Ech packen et net fir den Owend laanscht ze kommen, fir d’Kaddoen auszepaken. Muer – vläicht. Schéi Chrëschtdeeg awer nach – an huel dem Tobias e schéine Bonjour mat, jo?“ De Cornelius huet net op d’Äntwert gewaart an huet säin Telefon direkt ausgeschalt an en an der Mantelstäsch verschwanne gedoe.

 

„Hei? An dësem Buttek huet d’Resi di Popp gesinn, Kurt?“

 

„Jo, kuckt do, déi mam grénge Kleed a mat de schwaarzen Trëtzen, dat ass d’Emma“, huet de Kurt gesot, an huet mam Fanger widder d’Fënster getuppt.

 

„Ma da komm mir gi mol eran. Ech kafen d’Emma, awer nëmme wann Dier mir mäi Portemonnie erëmgitt, fir dat ech se och bezuele kann, an net klaue muss.“

 

„Pardon“, huet de Kurt gepëspert an huet dem Cornelius säi Portemonnie zréck ginn. Wier et net duerch an duerch wouer gemengt geweecht, hätt ee kënnen op d’Iddi kommen, dat de Kurt a säi Verhalen eppes Nidderträchteges u sech hätten.

 

Pénktlech um zwou Auer hunn déi Zwee d’Butteker mat vollen Tute verloss. „Hutt Dier nach Zäit mat bis bei mech Heem ze kommen, Kurt? Ech wunne just do em den Eck an ech muss onbedéngt elo direkt an eng gutt waarm Dusch an eppes Propperes undinn. Dann kéint Dier dat och, an engems, also, nëmme falls Dier wéilt, natierlech.“

 

De Kurt huet dës Offer mat vill Freed ugeholl. De Cornelius krut zwar wuel mat, dat de Kurt sech geschummt huet, awer fir säi Resi wier de Kurt op deem Dag duerch all Feier, an an all Dusch gaange. No enger gudder Stonn stoung een uerdentlechen, ongeféier 50 Joer alen Här virum Cornelius. Ier de Kurt an d’Buedzëmmer verschwonne war, konnt ee säin Alter net gutt aschätzen.

 

„D’Resi wäert sech richteg erféieren. Esou propper an ouni Baart huet hatt mech nach ni gesinn. Villmools Merci, Cornelius.“

 

Virun der Dier um Parterre ass de Cornelius stoe bliwwen, huet all d’Päck an Tuten néier gesat an huet d’Dier opgedréckt, niewent deer ee grousst Schëld aus Messeng houng, op deem ze liese war: Praxis Dr. med. Cornelius Bucher – Médecin généraliste et Médecine palliative“.

 

„Kënnt Dier w.e.g. dee klénge Chrëschtbeemchen huelen, deen do um Dësch an der Salle d’Attente steet, Kurt? Ech muss nach meng Dokteschposch siche goen.

 

Ameséiert huet de Cornelius dee froende Bléck vum Taxichauffer wouer geholl, wéi hien all d’Tuten, d’Päck an de Chrëschtbeemchen an den Auto gepaakt huet. Et huet opgehale mat reenen an d’ass däitlech méi kill ginn. An obwuel et éischt sechs Auer war, war et schonn däischter. D’huet een nëmmen nach eenzel Passante laanscht lafe gesinn, an d’ass scho roueg ginn an der Staat... an de Cornelius huet un d’Gromperenzalot geduecht, déi et den Owend beim Monika géif ginn, an un dee „gemittlechen“ Helleg Owend.

 

 

 

De Kurt stoung einfach do, an huet gekrasch. Ass en ze spéit komm? D’Resi louch mat wäit opgerappten Aen um Canapé an der Stuff vum Foyer, huet op de Plafong gekuckt, a sech net méi beweegt. „Säit enger véirel Stonn läit et schonn sou do“, sot de Richard, ee vun de Matbewunner, „hatt hat nees immens Péng, et huet d’éischt nëmme gejaut, an dunn nëmmen nach gejéimert. Emma, et huet ëmmer erëm just Emma gesot.“

 

„Mäin Numm ass Cornelius, ech sinn Dokter. Kéint Dier d’Fënster eng Kéier kuerz opmaachen, w.e.g.? E bëssi frësch Loft wäert dem Resi net schueden, an och soss kengem. Ech kucke mer d’Resi eng Kéier méi genau un.“

 

Mat sécherer Hand huet de Cornelius déi krank Fra ënnersicht an hier dunn eng Sprëtz ginn. „Géint de Wéi“, sot hien, „d’Resi wäert elo eng Zäitche schlofen. Him wäert et besser goen, wann et wakereg gëtt. Solle mer net bis dohin e bëssi Chrëschtdag hei eran zauberen? Et wäert wuel dem Resi seng läscht Chrëschtfeier sinn, an déi sollt dann och ganz besonnesch ginn, oder?“

 

All zesummen hunn se dunn den Dësch gedeckt, Käerzen ugefaange, de Chrëschtbeemchen op ee klengen Dësch am Eck gestallt, sou, dat d’Resi e besonnesch gutt gesi konnt, an hunn all di schéin agepaskte Klengegkeeten, déi de Kurt an de Cornelius matbruecht haten, drënner geluecht.

 

Et huet ugefaange mat schneien. Ganz roueg souzen se all zesummen, hunn Ham giess, Brout, Zoossiss, Wirschtercher a Kéis. Um Dësch stoung de Chrëschtteller, gefëllt mat Orangen, Nëss, Äppel, Marzipan, Kichelcher a Liefkuch. Si hu Kaffi an Téi gedronk – jo, an och Wäin a Béier. D’Lissy, dat héichschwanger war a sait Stonne mat Réckwéi geplot war, huet Mëllech mat Hunneg gedronk. Wéini et souwäit wier, woussten se net. Hatt hätt jo och keng Krankeversécherung, a wier dowéinst net bei engem Gynekolog geweecht.

 

Et war bal zéng Auer, wéi d’Resi erwächt ass.Wéi et de Kurt gesinn huet, deen op engem Stull nieft der Couche souz, war ee Laachen op sengem Mond ze gesinn. „Du gesäis awer gutt aus, Kurti, a wéi frësch dass du richs. Do schummen ech mech jo bal, sou nieft dier.“

 

De Kurt war ganz verleeën, geréiert, an iwwerglécklech. „Schéi Chrëschtdeeg, Res’chen“, huet e gepëspert an him dee mëttlerweil e bësse verdruddelte Kaddo ginn. Di Freed an den Aen, d’Gléck an déi Dankbarkeet, wéi d’Resi d’Emma ausgepaakt huet, dat wäert de Kurt ni méi vergiessen. Am Radio ass lues eng Chrëschtmette gelaf, wéi d’Resi erzielt huet: „.. Et war dem Linda seng éischt a léifste Popp. D’ass kee Schratt anzwousch higaange ouni d’Emma. Et war éischt néng Joer al, wéi et vum Camion ugestouss gouf. Dat sinn elo 15 Joer hier, an et war kuerz viru Chrëschtdag. Mier waren akafen, well fir Chrëschtdag krut d’Linda all Joer een neie Rack, dee konnt et sech selwer eraus sichen. Hatt hat sech einfach lassgerappt, well et op der anerer Säit vun der Strooss ee Chrëschtengel gesinn hat. „Een Engel, Mamma! Kuck mol, ee Krëschtengel!“, huet et geruff an ass lassgerannt. An dunn louch et am mätschege Schnéi op der Strooss, mat verdréinten Äermecher, wäit opgerappten Aen, naass, voll mat Dreck a Blutt, an nieft him louch d’Emma. – Hatt hat ee Chrëschtengel gesinn. Ee Chrëschtengel, dee fir eng Parfümerie Prospekter verdeelt huet...“ D’Resi huet gekrasch, ouni dat een et héieren huet, an d’Emma huet seng Tréinen opgefaange.

 

„Hien huet him ni verginn“, huet de Kurt dem Cornelius an d’Ouer gepëspert, „hien huet et erausgehäit, op d’Strooss geschéckt, wéi ee lästegen Hond, a sech scheede gelooss. Dunn huet et ugefaange mat Drénken, bee jo, et hat näischt méi. Keng Ausbildung, keng Aarbecht. Hien huet him et ni verginn, dat hatt net besser op d’Linda opgepasst huet, mee dat Allerschlëmmst ass, dat hatt sech selwer ni verginn huet.“

 

D’Chrëschtglacken hu gelaut, an d’Resi ass friddlech entschlof. Fir ëmmer. An all waren se sech eens, dat et glécklech war, wéi et vun hinne gaang ass.

 

 

 

„Elo – ech mengen elo“, huet een d’Lissy an der traureger Rou vun dëser Chrëschtnuecht soen héieren, „... ech mengen et ass elo esou wäit!“ Hatt huet kuerz gejéimert, awer sou wéi wann et em peinlech wier, dat et dës Stëll stéiere misst.

 

Et war dat éischt Kand, deem de Cornelius hëllefe konnt, op d’Welt ze kommen. Ee Meedchen!

 

„Wëllkomm an dësem Liewen, klengt Emma“, huet d’Lissy gesot. Ganz douce huet et säi Puppelche gekusst an e widder säin Häerz gedréckt.

 

 

 

„Schéi Chrëschtdeeg fir Iech all!“

 

Eine der amüsanten Geschichten aus der aktuellen Veröffentlichung "Ruhet sanft, gefälligst!"

 

Herz des Komponisten in Cognac eingelegt!

 

 

Zu Lebzeiten gehörte sein Herz George. Nein! Er war nicht etwa ... ! Sie hieß George Sand und war eine Schriftstellerin. Auch wenn die beiden sich trennten, blieben ihre Herzen dennoch verbunden. Chopin, der auf Erden himmlische Musik komponierte, starb viele Jahre zu früh. Er wurde nur 39 Jahre alt. Er habe jahrzehntelang an den Folgen einer Tuberkulose gelitten, und dies sei die Ursache seines frühen Todes. Diese Meinung vertreten die einen. Die anderen sagen, er sei möglicherweise doch an Mukoviszidose gestorben. Bei den einen handelte es sich um Ärzte, bei den anderen um Wissenschaftler. Wenn ich vorhin erwähnte, Chopins Herz habe George Sand gehört, so stimmt diese Behauptung nur bedingt. Auf des Musikers ausdrücklich eigenen Wunsch wurde zwar sein Leichnam in Paris bestattet, sein Herz jedoch wurde entnommen und nach Warschau gebracht.

 

Und nun komme ich auch schon zum Punkt und zum Sinn dieser Zeilen, deren Inhalt bis hierher hinlänglich bekannt sein dürfte. Also, der Punkt ist: dieses, Frédérik Chopins Herz, wird in einer Warschauer Kirche aufbewahrt, und zwar in konservierendem Cognac. Diese Tatsache ermöglicht den Wissenschaftlern die Ausführung verrücktester Ideen. Und eine dieser Ideen ist, anhand des konservierten Herzens, 160 Jahre nach dem Tode dieses genialen Musikers, die wahre Todesursache herauszufinden.

 

Eine Untersuchung ist von den Wissenschaftlern zwar geplant; in der Tasche haben sie diesen Plan jedoch noch nicht. Ob die Untersuchung stattfinden kann und wird, ist noch unklar!

 

Warten wir es ab!

 

Ruhet sanft, gefälligst!

Als man sich noch traute, nach Wagners Parsifal zu sterben

 

 

ab sofort lieferbar!

Kindle Edition  für 4,99 €   

                           

Diese Ausrufungszeichen! Er mochte sie partout nicht leiden. Sie stünden doch immer hinter den Worten »Ruhe sanft! «, sagte er, gleich einer Aufforderung wie »willst du wohl! «Jener er ist der Schriftsteller Lion Feuchtwanger.
Diese Anekdote versteckt sich hinter dem Titel des Buches. Hinter und in diesem Buch verstecken noch viele weitere kuriose, interessante, unglaublich wahre, heitere, manchmal schockierende und auch traurige Geschichten.

Noch Fragen?

Welcher Komponist fasste sich mit zunehmendem Alter und der immer lauter werdenden Proteste und Forderungen der Homosexuellen nach Gleichberechtigung ein Herz und verließ seine Familie, um mit seinem Lebensgefährten Tom zusammenzuleben? Als jedoch bei seiner Frau Lungenkrebs diagnostiziert wurde, zog er wieder zu ihr und pflegte sie bis zu ihrem Tod.
Welcher Schriftsteller soll der Meinung gewesen sein, die Liebe sei eine vorübergehende Geisteskrankheit, die im Allgemeinen durch Heirat geheilt würde?
War es tatsächlich Raymond Chandler der versuchte, sich mit einem Revolver unter der Dusche das Leben zu nehmen?

 


Wessen Herz wird in einer Warschauer Kirche aufbewahrt, und zwar in konservierendem Cognac?
Wer wurde nach 22 Jahren von seiner Frau wegen seiner zweifelhaften Familie und seinen mehr als schlechten beruflichen Aussichten verlassen?
Wie ist der Name des am 2. Juli 1877 geborenen, späteren Literatur-Nobelpreisträgers, der 1899 sein erstes Buch veröffentlichte und für die Druckkosten 175 Mark bezahlen musste?
Welcher deutsche Schriftsteller erlitt einen tödlichen Schlaganfall auf dem Weg zum Begräbnis seines Sohnes, der sich zwei Tage zuvor das Leben genommen hatte?

Wer soll Prügel auf seinen blanken Allerwertesten als pure, lüsterne Freude empfunden haben?

Im Rahmen des Kultursommer Rheinland-Pfalz hat am 29. Juli 2017 in Hillesheim (Eifel) an der mittelalterlichen Stadtmauer die Open-Air-Lesung mit Musik stattgefunden. Die Autorinnen Rosemarie Schmitt und Manu Wirtz lasen aus ihren Büchern.

Birgit Gibson präsentierte mit dem Gitarristen Reinhard Neumann bekannte Songs aus Musical und Opern.

Organisiert wurde die Veranstaltung vom Literaturwerk Rheinland-Pfalz-Saar e.V.

29. Juli 2017 ab 18:00 Uhr auf der Freilichtbühne in Hillesheim
Open-Air Lesung mit Musik an der Stadtmauer
Die Autorin Manu Wirtz liest eine Kurzgeschichte aus ihrer neuen Anthologie „Tschüssikowski“ vor.

Rosemarie Schmitt stellt Herrn Jonathan vor, eine Romanfigur, der sie plötzlich im Leben begegnet. Im Wechsel gibt es dazu bekannte klassische Lieder, gesungen von Birgit Gibson. 

Der Eintritt ist frei.

 

   
   
   
   

 

 

Info:
Hotline: 06597/1259960
E-Mail: manuela.wirtz@gmx.de

 

 

Paar ti Tour, Rosemarie Schmitt, Walter Schmitt, Roman, Herr Jonathan, Musik, Karin Melchert, Clara-Viebig-Zentrum, Eisenschmitt, Buch und Musik,

Eintrittskarten ab sofort erhältlich!!

 

reservieren / Vorverkauf / Info:

 

Clara-Viebig-Zentrum / Ortsbürgermeister G. Fritzsche

Telefon : 06567 510

 

oder

Rosemarie Schmitt

Mobil: 0176 47 300307

Weiter geht's !!

 

Mit Leidenschaft und Freude arbeiten wir an einem neuen Programm!

 

 

Ich verneige mich und danke allen von Herzen für diesen unvergesslichen Abend in der Wittlicher Synagoge!

Mein besonderer Dank gilt der VHS-Wittlich-Stadt und Land, dem Kulturamt der Stadt Wittlich, der Stadtbücherei Wittlich, Walter Feltes, Carina Alt, Martha Hubertz, meinem Bruder Walter Schmitt, Emily und Lucca Valerius ... , jedem Einzelnen, der mich unterstützte, und dem wundervollen Publikum!

 

Ihr alle habt mir Mut gemacht, mit dem was ich so sehr liebe, und was mir so gut tut, weiter zu machen!

Ich werde neue Geschichten und auch einen Roman schreiben - werde dieses verbinden mit Musik - und mich damit auf eine Bühne trauen.

 

Dafür danke ich Ihnen/Euch allen!

Titelkopf

Ausgabe: 2017 / 03

Wittlich-Stadt

Ein Abend mit „Herrn Jonathan“

und Rosemarie & Walter Schmitt

+ Emily & Lucca Valerius

 

Ein Abend mit „Herrn Jonathan“ - und Rosemarie & Walter Schmitt + Emily & Lucca Valerius
Bereits 2015 erschien der Roman „Herr Jonathan … unbeabsichtigte Erkenntnisse eines ehemaligen Bibliothekars“ von Rosemarie Schmitt, und eigentlich wollte die Autorin keine Lesungen mit diesem Buch mehr durchführen. Aber, dann kam doch alles anders
Und so wird Frau Schmitt, musikalisch unterstützt von ihrem Bruder Walter(Kontrabass) und den Schwestern Emily (Gesang) und Lucca (Klavier) Valerius, das Leben des Herrn Jonathans in Berlin noch einmal aufleben lassen. Der ehemalige Bibliothekar verkraftet den Tod seiner Frau nicht und hadert mit seinem Leben, eine traurige Geschichte, die auf eine surreale trifft, denn die Autorin sieht Herrn Jonathan zufällig in Berlin auf der Straße und beginnt ein Gespräch mit ihm. Mehr wird nicht verraten…
Am Samstag, dem 4. Februar 2017, 19 Uhr, wird in der Kultur- und Tagungsstätte Synagoge in Wittlich mehr zu hören, zu erfahren und zu sehen sein. Die Volkshochschule Wittlich Stadt und -Land, die Stadtbücherei Wittlich und das Kulturamt der Stadt Wittlich präsentieren die musikalische Lesung mit Rosemarie & Walter Schmitt + Emily & Lucca Valerius gemeinsam. Der Eintritt kostet 10 Euro, im Vorverkauf in der VHS 8 Euro (freie Platzwahl). Weitere Informationen sind unter Telefon 06571/107139 oder 107131 oder vhs@vg-wittlich-land.de erhältlich.


Es war ein großes Vergnügen mit meinem Bruder Walter Schmitt und den Schwestern Emily und Lucca Valerius ein Teil der

Kulturtage Wittlich-Land zu sein! Musik und Literatur - eine wunderbare Symbiose - wie Geschwister!

...  es  sollte meine letzte Lesung aus "Herr Jonathan" sein. 

Doch dann hat es uns und dem Publikum solch eine Freude gemacht - und wir haben uns entschieden: WIR kommen wieder!

 


Musik und Literatur sind wie Geschwister.

Eine Symbiose, die uns, und auch dem Publikum gefällt!